Zu Besuch in der Euroregion Erzgebirge 

„Warum müssen die Bürger*innen meiner Gemeinde in ein weiter entferntes Krankenhaus fahren, wenn auf deutscher Seite gleich eines in der Nähe ist?“ Diese Frage stellte uns gestern die Bürgermeisterin von Vejprty, der tschechischen Nachbargemeinde von Bärenstein im Erzgebirge. Die Bürger*innen der tschechischen Gemeinde dürften das deutsche Krankenhaus nur im Notfall aufsuchen, da die Krankenkassen die Behandlung nicht bezahlen würden. Ein Staatsvertrag dazu fehlt. Es zeigt, trotz zum Glück abgebauter Schlagbäume gibt es noch existierende Grenzen zwischen den europäischen Staaten.

Vor Ort in der gemeinsamen Mitte, einem Kooperationsprojekt der Gemeinden Bärenstein und Vejprty merkten Stephan Kühn (sächsischer Bundestagsabgeordneter) und ich davon zum Glück nichts. Bei unserem dortigen Gespräch mit den Bürgermeistern wurde deutlich, wie sehr die Gemeinden von der Zusammenarbeit profitieren. In den Räumlichkeiten der Gemeinsamen Mitte organisieren die Gemeinden Kulturveranstaltungen und es gibt gemeinsame Weihnachtsmärkte.

Bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Erzgebirge informierten wir uns über die Bewerbung zum UNESCO-Weltkulturerbe Montanregion Erzgebirge. Am 7. Juli wird endgültig über die Bewerbung entscheiden. Bis dahin heißt es Daumen drücken! Das UNESCO-Weltkulturerbe böte der Region die Chance, sich als gemeinsamer Tourismusraum zu vermarkten. Schließlich sind die 22 Standorte auf beiden Seiten der Grenze verortet. Am 7. Juli wird endgültig über die Bewerbung entscheiden. Bis dahin heißt es Daumen drücken!

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