Pressemitteilung zum Handelsabkommen der EU mit Indien
Heute, am 27. Januar 2026, haben EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen und der indische Premierminister Modi anlässlich des EU-Indien-Gipfels in Delhi den Abschluss der Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien bekannt gegeben haben. Das EU-Indien-Handelsabkommen kommentiert Anna Cavazzini, handelspolitische Sprecherin der Grünen/EFA-Fraktion:
„Indien ist ein äußerst wichtiger Partner für die EU, vor allem als Gegengewicht zu China. Deswegen begrüßen wir die erfolgreichen Verhandlungen der Europäischen Kommission mit Indien. In Bezug auf Handelspolitik galt Indien lange als zurückhaltend, da es entscheidende Sektoren im eigenen Markt wie Pharmazie, Medizinprodukte und Landwirtschaft vehement abgeschirmt hat. In der Vergangenheit haben sowohl die USA und die EU stark auf eine Öffnung des indischen Marktes gedrängt. Dem hat sich Indien stets verwehrt. Dass Indien nun mit der EU den Schritt Richtung Freihandel geht, ist ein starkes geopolitisches Zeichen in Richtung EU. Denn Indien steht unter dem gleichen wirtschaftlichen Druck durch die USA und China.
Beide Seiten zeigten sich in den Verhandlungen pragmatisch, denn sensible Branchen werden nicht zur Öffnung gezwungen. Dieser Ansatz könnte ein Weg für die zukünftige EU-Handelspolitik sein: Kleinere Abkommen, die sich auf konsensuale Themen und Sektoren fokussieren, während sie sensible schützen.
In Zeiten von Trump im Weißen Haus sind neue Partnerschaften wichtig und notwendig, um die europäische Handelspolitik nachhaltiger und die Wirtschaft resilienter aufzustellen. Die EU und Indien haben nach wie vor Hausaufgaben zu tun, um bei offenen Punkten zusammenzukommen, so etwa in den Bereichen Energie, Stahl oder Menschenrechte. In der derzeitigen geopolitischen Lage ist das Abkommen die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, um diese anzugehen. Die EU muss diese Dynamik jetzt auch nutzen. Auch wenn der konsolidierte Text des Abkommens noch nicht vorliegt, ist das Abkommen mit Indien so ein wichtiger Baustein, wenn es fair für beide Seiten ausgestaltet ist.“
