Shein-Skandal: Sperren von Online-Plattformen als schärfstes Schwert bei Verstößen nutzen

Morgen Mittag stimmt das Europaparlament über die Resolution „Schutz der EU-Verbraucher vor den Praktiken bestimmter E-Commerce-Plattformen: der Fall kindähnlicher Sexpuppen, Waffen und anderer illegaler Produkte und Materialien“ ab. Wir erwarten, dass der Text ohne große Änderungen eine Mehrheit findet. Hierzu erklärt Anna Cavazzini, Vorsitzende des Ausschusses für Binnenmarkt und Verbraucherschutz:

„Sexpuppen, die Kindern ähneln, haben den Weg über die Online-Plattform Shein auf unseren Binnenmarkt gefunden. Dieser Skandal ist eins der krassesten Beispiele für illegale Produkte, die aus China auf den Binnenmarkt schwemmen. Zoll- und Marktüberwachung sind hilflos angesichts des Tsunamis der zwölf Millionen Einzelsendungen am Tag.

Mit der Abstimmung des Berichts zum Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher vor illegalen Produkten im Online-Handel zeigt das Europaparlament große Einigkeit und macht Druck auf die Europäische Kommission: Wir müssen mehr tun, um Wohn- und Kinderzimmer sicher zu halten und illegalen Praktiken das Handwerk zu legen. Zum ersten Mal fordert das Europaparlament die Europäische Kommission auf, bei massiven, wiederholten oder systemischen Verstößen gegen EU-Recht den Betrieb von Online-Marktplätzen in der EU zu sperren. Shein und Co. dürfen sich nicht den Konsequenzen ihres schädlichen und fahrlässigen Geschäftsmodells und ihrer Untätigkeit entziehen. Eine Online-Plattform vom Markt zu verbannen ist das schärfste Schwert, das wir hierfür nutzen können.

Ein weiterer Appell geht vom Europaparlament Richtung Rat: Statt Blockade brauchen wir zügige Verhandlungen der Zollreform, die Einsetzung der Zollagentur und mehr Kontrollen der Mitgliedsstaaten. Damit spinnen wir ein Sicherheitsnetz der Zollkontrollen in Zeiten von Shein und Co.“

PRESSEMITTEILUNG Straßburg, 25. November 2025