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Pressestatement zur Ermordung brasilianischen Indigenen Zezico Rodrigues Guajajara

Zur Ermordung des brasilianischen Indigenen Zezico Rodrigues Guajajara, nach Drohungen in Bezug auf seinen Einsatz gegen illegale Rodungen, sagt Europaabgeordnete Anna Cavazzini, stellvertretende Vorsitzende der Delegation für die Beziehungen zur Föderativen Republik Brasilien des Europäischen Parlaments:

„In den letzten fünf Monaten wurden fünf indigene Führer vom Stamme der Guajajara getötet. Alle von Ihnen wollten aktiv den Regenwald vor illegalen Rodungen und Eindringen in die indigenen Gebiete schützen. Doch anstatt diese Umweltschützer*innen zu beschützen, nimmt die Regierung Bolsonaros die Kontrollen zurück, erlaubt Rohstoffabbau in indigenen Gebieten und versucht durch neue Gesetze die Umweltvorschriften zu schwächen.“

„Diese wiederholten Morde an Guajajara-Führern sind eine Katastrophe. Die Bundesregierung und die EU müssen bei der brasilianischen Seite darauf hinwirken, dass die Fälle so schnell wie möglich aufgeklärt werden und Indigene einen stärkeren Schutz erfahren.“

„Die anhaltende kontinuierliche Unterstützung der Bundesregierung für das EU-Mercosur Abkommen ist dabei schockierender denn je. Anwachsende Importe aus Brasilien von Agro-Rohstoffen würden den Druck auf die Zerstörung des Amazonas und somit auf die Indigene erhöhen.“

Zezico Rodrigues Guajajara wurde am Dienstag, den 31. März, im brasilianischen Bundesstaat Maranhão ermordet.

Das Abkommen zwischen der EU und dem Mercosur würde zu einem verstärkten Druck auf den Amazonasregenwald und die dort lebenden Menschen führen, da die Abholzung der Wälder im Zusammenhang mit den Exporten von Agrarrohstoffen zunehmen würden.

Seit ihrer Machtübernahme hat die Regierung Bolsonaros den Umweltschutz systematisch zurückgedrängt. Agenturen, die für die Überwachung und Bewachung des Landes und der indigenen Bevölkerung zuständig sind, wurden finanzielle staatliche Unterstützungen verweigert. Währenddessen wurden zerstörerische wirtschaftliche Aktivitäten im Amazonasgebiet gefördert.

Aktuell warten ein neues Gesetz, das den Bergbau in indigenen Gebieten ermöglicht, und ein Gesetz zur weiteren Entschärfung des brasilianischen Umweltschutzes darauf vom brasilianischen Kongress verabschiedet zu werden.

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